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Experte: Die Zukunft gehört dem Wasserstoff

Experte: Die Zukunft gehört dem Wasserstoff

Weltweit gewinnt die E-Mobilität an Fahrt. Doch ins klimatechnische Paradies fährt uns auch der Akku nicht. Denn: Je höher die Reichweite, desto weniger „sauber“ sind E-Autos. Und: Lithium könnte knapp werden. Sagt jedenfalls Fréderic Ludet in einem Gastbeitrag für „Automobil-Industrie“. Der Experte für Brennstoffzellen sieht die Zukunft daher im Wasserstoff. Vor allem im Verkehrssektor. Dort entstehen nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA rund ein Viertel aller direkten CO2-Emissionen.

Der Druck, alternative Antriebe zu entwickeln, steige weltweit, sagt Ludet. Zumal China gerade erst die Quoten für „neue Energiefahrzeuge“ auf 18 Prozent bis 2023 abgehoben hat. Elektroautos gelten derzeit als beste und günstigste Alternative, um von Antrieben mit fossilen Brennstoffen wegzukommen. Kritiker, darunter auch viele Umweltschützer, sähen den Ausbau der E-Mobilität dabei eher als „geringeres Übel“. Die für E-Autos benötigten Materialien würden meist sehr zu Lasten von Mensch und Umwelt in Entwicklungsländern gewonnen. Für vergleichsweise sauber hält Ludet daher nur Elektromobile mit kleineren Batterien und entsprechend geringen Reichweiten – keineswegs jedoch tonnenschwere Boliden wie den Tesla Model S, bei dem allein die Batterie für 614 Kilometer Reichweite 750 Kilo wiegt.

Im Gegensatz zu ihren Konkurrenten könnten Wasserstoff-Autos nicht nur beim Thema Nachhaltigkeit glänzen, sondern ermöglichten auch weite Strecken am Stück. Der Toyota Mirai wie der Hyundai Nexo hätten laut ADAC-Messung mit einer Tankfüllung jeweils rund 540 Kilometer absolviert. Der Mirai der zweiten Generation habe sogar eine neue Rekord-Reichweite von 1003 Kilometern erreicht. Preislich jedoch seien Wasserstoff-Autos noch keine echte Alternative.

In der Automobilindustrie würden sich dennoch die meisten Anstrengungen immer noch auf E-Autos und Plug-in-Hybridekonzentrieren, so Ludet in dem Beitrag. Allerdings zeichne sich das Problem ab, dass Lithium als wichtigster Rohstoff für Batterien bald zur Neige gehen könnte. Weil es überwiegend in magmatischem Gestein und Salzen gebunden sei, werde das Schürfen immer teurer und bald unbezahlbar. Ludet bezieht sich auf das Fraunhofer-Institut, das ein Ende der Lithium-Förderung für 2049 prognostiziert. Die Schweizer Bank UBS rechnet demnach sogar damit, dass Lithium zu konkurrenzfähigen Preisen schon 2025 erschöpft sein könnte.

Der Anteil am Recycling von Li-Ion-Batterien werde zwar deutlich wachsen, den zusätzlichen Bedarf aber kaum decken können. Zudem müsse das wiedergewonnene Material aufwendigen veredelt werden. Batterien auf Basis von Natrium-Nickelchlorid könne zwar komplett auf seltene Erden und andere strategische Materialien verzichten. Bis zu ihrer Marktreife dürften aber wohl noch Jahre vergehen.

Die neue Ampel-Regierung will Deutschland daher zu einem Musterland für grünen Wasserstoff machen. Als eines der größten Hindernisse erweise sich aber noch immer die fehlende Infrastruktur, so Ludet. Das erste Ziel seien große Fahrzeuge wie Lkw und Busse – doch dabei müsse es nicht bleiben. In Paris etwa seien schon mehr als 100 Wasserstoff-Taxis unterwegs. Bis 2024 sollen es rund 10.000 sein.

Quelle: automobil-industrie.vogel.de – „Das Lithium könnte bald zur Neige gehen“

Der Beitrag Experte: Die Zukunft gehört dem Wasserstoff erschien zuerst auf Elektroauto-News.net.

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