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Ausblick: Gegenwind für E-Mobilität in 2022

Ausblick: Gegenwind für E-Mobilität in 2022

Plug-In-Hybride und E-Autos waren 2021 die Gewinner der Halbleiter-Krise. Für 2022 geht Matthias Schmidt, Automobil-Analyst aus Berlin, davon aus, dass Elektroautos weiterhin an Beliebtheit gewinnen und sich gegen PHEV durchsetzen. Jedoch haben sowohl reine E-Autos, als auch Plug-In-Hybride mit diversen Herausforderungen am Markt zu kämpfen. Es gibt ordentlich Gegenwind für die Elektromobilität in 2022.

Ein Ausblick von Anfang des Jahres für 2022 ist gerade einmal wenige Monate später schon wieder veraltet. Was auf eine Vielzahl von Gründen zurückzuführen ist. Die anhaltende Halbleiterknappheit, die sich voraussichtlich  in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen dürfte, die Situation in Russland und der Ukraine – und die daraus resultierenden Störungen bei der Beschaffung von Kabelsträngen, die Rückkehr von Covid in China sowie die Preissteigerungen bei den Rohstoffen, die zum Teil an die Verbraucher weitergegeben werden sorgen für stürmischen Gegenwind. Auch die Batterien scheinen in den nächsten Jahren zum raren Gut zu werden. Mehrere Hersteller mussten deshalb schon Bestellstopps für ihre E-Fahrzeuge verhängen.

Bei der Vorstellung der Gesamtjahresergebnisse des Volkswagen-Konzerns im März sagte Finanzvorstand Antlitz, er erwarte dass die Intensität der Chip-Knappheit abnehmen wird, was auch in den im Mai vorgelegten Q1-Ergebnissen der VW-Marke unterstrichen wurde. In den ersten drei Monaten wurden dem Hersteller zufolge 53.400 vollelektrische Fahrzeuge (BEV) ausgeliefert (+74 Prozent). Der vollelektrische ID.4 nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Mit 30.300 Stück war mehr als jedes zweite ausgelieferte E-Auto ein ID.4. Die Produktionskapazitäten für den elektrischen Bestseller werden gerade mit Hochdruck ausgebaut.

Mary Barra, CEO von General Motors, gab bei der Präsentation der Q1/2022 Ergebnisse zu verstehen, dass sie davon ausgehe, dass die derzeitige Chip-Knappheit bis 2023 andauern werde. Eine klare Linie scheint es nicht zu geben. Dies zeigt sich abermals an Volkswagen. Diese gehen von einer Steigerung der Auslieferungen um fünf bis zehn Prozent in 2022 aus, während der deutsche Automobilverband VDA seine Jahresprognose für die inländische Pkw-Produktion auf ein Wachstum von 7 % gegenüber dem Vorjahr halbiert hat.

Automobil-Analyst Schmidt geht auf Grundlage der ihm vorliegenden Daten von einem Anstieg des westeuropäischen Gesamtvolumens um 6,1 % im Jahr 2022 auf nur 11,25 Mio. Einheiten (14 Mio. im typischen Jahr) aus. Hierbei soll die Marktdurchdringung durch E-Autos wahrscheinlich etwas stärker steigen als bisher prognostiziert, wobei Tesla einer der Hauptprofiteure sein wird, vorausgesetzt, das Unternehmen kann die Produktionsausfälle in China ausgleichen. Schmidt geht davon aus, dass alleine Tesla 17% des europäischen Elektroautomarktes für sich beanspruchen wird. Stark getrieben durch das Tesla Model Y aus Deutschland.

Betrachtet man mehrere wichtige Marktprognosen für 2022, so gingen die Vorhersagne – vor der russischen Invasion – von einem Wachstum zwischen 10 % und 15 % in diesem Jahr gegenüber 2021 aus. Dies hat sich nun halbiert. Der schwedische Verband für Personenkraftwagen senkte seine jährliche Wachstumsprognose von 8 % auf nur 3 %. Chinesische OEMs, die in diesem Jahr in Europa expandieren wollen, wie Great Wall Motors mit ihrer Marke ORA, BYD,  NioXpengPolestar sowie MG, die ihre europäische Expansion fortsetzen, werden ihr Volumen bis 2022 voraussichtlich auf rund 90.000 Einheiten oder knapp 6 % Marktanteil verdoppeln.

Gleichzeitig wird erwartet, dass die Stückzahlen der traditionellen Automobilhersteller im Jahr 2022 nur geringfügig steigen werden. Hyundai/Kia tanze hierbei jedoch aus der Reihe. Diesen werden aufgrund der weiteren Einführung ihrer E-GMP-basierten Modelle größere Chance eingeräumt.

Quelle: Matthias Schmidt -European Electric Car Market Intelligence Study March Q1/2022

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