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VinFast: Gekommen, um die Welt zu verändern

VinFast: Gekommen, um die Welt zu verändern

Der vietnamesische Autobauer VinFast verfolgt ambitionierte Ziele: Schon Ende des Jahres sollen die ersten Stromer aus dem automobilen Niemandsland über europäische und amerikanische Straßen rollen. Dabei wollen sich die Vietnamesen nicht auf andere verlassen. Zwei konkrete Elektro-SUV stehen bereits in der Pipeline.

Der August dieses Jahres stellt für den vietnamesischen Autobauer VinFast eine Zäsur dar. Denn dann wird in der Fabrik nahe der Stadt Hai Phong das letzte Modell mit Verbrennungsmotor vom Band. Dann heißt es „All in“ beim Elektromotor. Zunächst noch mit dem Crossover-Bruderpaar aus dem D-Segment VF 8 und dem 5,12 Meter langen E-Segment SUV VF 9, die beide auf einer Mischplattform stehen. Also sowohl für einen Elektroantrieb als auch für einen konventionellen Verbrennungsmotor konzipiert sind. Diese Produktstrategie ergibt Sinn, wenn man sich die Pläne des asiatischen Herstellers näher zu Gemüte führt.

VinFast plant bereits Ende 2026 mit 950.000 E.-Autos pro Jahr

Der sieht vor, dass Ende 2022 in einigen europäischen Ländern und den USA sowie Kanada mit der Auslieferung des vietnamesischen Brüderpaars VF 8 und VF 9 begonnen wird. „Jeder kennt die Vorliebe der Amerikaner für SUVs“, erklärt Le Thi Thu Thuy das Vorgehen. Dabei soll es nicht bleiben. VinFast nimmt zwei Milliarden Dollar in die Hand und errichtet im US-Bundesstaat North Carolina eine Fabrik, in der ab Juli 2025 150.000 Autos vom Band laufen sollen.

VinFast

Die besten Wünsche der Amerikaner begleiten den Markteinstieg des asiatischen Autobauers. Präsident Joe Biden heißt VinFast ausdrücklich willkommen. Schließlich sollen mit der Produktionsstätte circa 7.000 Jobs entstehen. „Unsere Bestrebungen für den Aufbau einer sauberen Energiewirtschaft treiben die Unternehmen dazu an, verstärkt in Amerika zu produzieren, hier Lieferketten aufzubauen und letztlich die Kosten zu senken“, so der US-Präsident.

Dieser Optimismus spiegelt sich in den Zielen der Asiaten wieder. Gut ein Jahr später soll das US-vietnamesische Duo schon 500.000 Modelle produzieren und Ende 2026 sollen jährlich rund 950.000 Einheiten vom Band laufen. Um diese Zahl zu stemmen, soll auch in Europa eine VinFast-Fabrik aus dem Boden wachsen? Wo? Ist noch völlig offen. Auch wenn sich Le Thi Thu Thuy bereits fünf mögliche Standorte in Deutschland und zwei in Frankreich angeschaut hat. Potenzielle Kandidaten gibt es ja genug, darunter das Ford-Werk in Saarlouis oder die Opelfabrik in Eisenach.

„Wir haben eine lange sehr detaillierte Anforderungsliste. Dass diese Punkte erfüllt sind, ist wichtiger als der Platz, wo das Werk steht. Wir verlassen uns nie auf eine Option, sondern haben immer einen Plan B parat und wenn notwendig einen Plan C oder D“, erklärt Madame Thuy, wie sie von ihren Angestellten ehrfürchtig bezeichnet wird. Bei der Suche nach dem geeigneten Platz arbeiten die Asiaten mit German Trade and Invest (GTAI) zusammen. Eine Verbindung, die noch aus den Zeiten des ehemaligen CEO Michael Lohscheller stammt.

VinFast expandiert in Europas stärkste Märkte; dann erst in den Norden Europas

Die VinFast-Expansionsstrategie folgt diesem Muster in jedem Aspekt. Denn die Vietnamesen setzen nicht alles auf die Karte Nordamerika, sondern bereiten den zeitgleichen Marktantritt in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden vor. Geplant sind zunächst 50 Stützpunkte, davon alleine 25 in Deutschland. Beginnend mit Niederlassungen in Frankfurt, Berlin, Köln, Oberhausen und Hamburg.

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Auf dieser Liste fehlen solche Länder wie Norwegen. Die Logik der Asiaten ist dabei durchaus nachvollziehbar. Bei der E-Eroberung des skandinavische Landes sind andere Marken wie Tesla oder VW schon weiter und sich diesem harten Wettkampf jetzt schon zu stellen, wäre nicht ratsam. Das heißt aber nicht das Skandinavien, England oder Italien ein weißer Fleck auf der VinFast-Karte bleiben. Im Gegenteil. Die sind Teil der zweiten Welle. Bestellungen sind schon möglich. Bis Ende Mai haben rund 73.000 Kunden weltweit sich einen vietnamesischen Stromer reserviert.

Liest sich auf dem Papier genauso klasse, wie es aus dem Mund der aufgeweckten VinFast-Chefin klingt. Die Frage ist nur, welche Autos die Europäer und Amerikaner kaufen sollen. Die nächste Plattform wird rein elektrisch sein. Wie bisher auch engagieren die Vietnamesen dafür mehrere Partner, darunter vermutlich Magna, Bosch oder ZF. „Wir behalten das Heft des Handelns in der Hand“, stellt Le Thi Thu Thuy klar. Schon nächstes Jahr soll der VF 7 auf dieser Technik basieren und neben den aktuellen Modellen auch in den USA auf den Markt kommen. Der E-Segment-SUV VF 9 wird alternativ mit zwei Batteriegrößen 95 oder 123 Kilowattstunden erhältlich sein.

VinFast Modell-Portfolio steht bereits

Die gesamte Modell-Palette VF 5, VF 6, VF 7, VF 8 und VF 9 wird relativ rasch erhältlich sein, darunter Rechtslenkervarianten des VF6 und VF7. Kleine, bezahlbare Autos wie der VF5 werden zunächst nicht den Sprung in die USA schaffen. Auch ein Elektro-Sportwagen ist nicht vorgesehen, stattdessen beschäftigt sich VinFast bereits mit einer dynamischen Limousine. Auch mit Elektrorollern wollen die Vietnamesen die Europäer überzeugen. Was die Ladestationen angeht, verhandeln die Vietnamesen bereits mit Partnern.

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Bei den Batterien steht die Lieferkette schon. Neben den beiden Standorten in Vietnam erhält auch North Carolina eine Giga-Fabrik. Während die US-Versionen mit Samsung-SDI-Zellen ausgestattet werden, können die in Vietnam auch von CATL kommen. Um für die Zukunft in Form von Feststoffzellenbatterien gerüstet zu sein, arbeitet VinFast mit dem Feststoffbatterie-Spezialisten von ProLogium zusammen.

Die Frage ist, wie diese ambitionierten Pläne finanziert werden sollen. Zwar wird das Vermögen des VinGroup-Gründers Phạm Nhật Vượng auf 7,5 bis 9,5 Milliarden geschätzt, aber unerschöpflich sind die Ressourcen nicht. Seit der VinFast-Gründung 2017 hat die Dachgesellschaft VinGroup bereits 6,6 Milliarden US-Dollar in den Autobauer investiert. Damit die ehrgeizigen Ziele auch erreicht werden können, muss frisches Geld generiert werden. Das geht zum einen mit Investoren und zum anderen mit einem Börsengang. Bei diesem „IPO“, („Initial Public Offering“) wollen die Asiaten nichts überstürzen. „Wir warten genau den richtigen Zeitpunkt ab“, sagt Le Thi Thu Thuy und es bestehen wenig Zweifel, dass sie es genau so meint.

Über den Autor: Wolfgang Gomoll; press-inform

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