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KTM-CEO Pierer sieht für E-Mobilität im Motorradsektor keine große Zukunft

KTM-CEO Pierer sieht für E-Mobilität im Motorradsektor keine große Zukunft

Wenn sich Stefan Pierer zu Wort meldet, hört die Motorwelt zu. Der CEO der österreichischen KTM-Gruppe, zu der Husqvarna, GasGas, Rieju und KTM gehören, hat die Marke mit einem Marktanteil von rund 12 Prozent zum europäischen Motorradhersteller Nummer eins gemacht, und nimmt sich selten ein Blatt vor den Mund. Zur Elektromobilität und zu synthetischen Kraftstoffen hat er klare Vorstellungen, die mitunter vom allgemeinen Trend abweichen. Das hat er kürzlich in einem Interview mit „speedweek.com“ gezeigt.

Pierer ist nicht nur CEO der Gruppe, sondern auch Präsident der European Association of Motorcycle Manufacturers (ACEM), und damit weltweiter Vertreter der Motorradhersteller. In dieser Funktion stellt er klar, dass in der Motorradindustrie kein Elektrifizieren nach dem Gieskannenprinzip erfolgen wird. Vielmehr hätte man „im Gegensatz zur Automobilindustrie eine klare Vision davon, wie es weitergeht„, lässt er der Automobilindustrie ausrichten. Elektro-Motorräder hätten nach seiner Auffassung nur bis zur Klasse 1 (das sind 11 kW oder 15 PS), also bis zur 48-Volt-Elektrik Sinn. Alles darüber Hinausgehende ginge in Richtung E-Fuels, wofür die Hersteller schon klare Entwicklungspläne hätten.

Das gelte somit auch für die MotoGP. Organisator Dorna hat im November angekündigt, bis 2024 40 Prozent und bis 2027 100 Prozent ökologischer Kraftstoffe verwenden zu wollen. Zuerst sollen in der Moto3 und Moto2 Erfahrungen gesammelt werden, bevor die Königsklasse umgestellt wird. Für ein MotoGP-Bike, das heute mit 20 Litern Sprit die komplette Distanz eines Rennens zurücklegt, wäre ein 500 kg-Akku nötig, um eine vergleichbare Leistung und Reichweite zu erzielen. Zumindest bis 2035 sieht Pierer daher jedenfalls „bei GP-Rennen keinen Ersatz für Verbrennungsmotoren„. Die meisten Zuschauer kämen ja auch wegen der Verbrennungsmotoren.

Die Elektromobilität an sich bezeichnet Pierer wenig schmeichelhaft als „Unsinn, der von Politikern ohne wissenschaftliche Kenntnisse gefördert wird.“ Synthetischer Kraftstoff wäre daher die Lösung, nicht der Elektromotor, um die noch millionenfach existierenden Verbrennerfahrzeuge nachhaltig zu betreiben. Der MotoE beispielsweise unterstellt er eine falsche Nachhaltigkeit, wenn die Batterien im Fahrerlager mit Dieselgeneratoren geladen würden. Schlussendlich würde die Herstellung eines Elektroautos auch deutlich mehr wertvolle Rohstoffe benötigen als ein konventionelles Auto. Ein Fan der umfassenden Elektromobilität wird Pierer somit wohl nicht mehr.

Quelle: motorradreporter.com – Stefan Pierer (KTM): „Elektromobilität ist ein Unsinn, der von Politikern ohne Wissen gefördert wird“

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