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Deutschland: Erst Hälfte des Stroms wird aus erneuerbaren Quellen produziert

Deutschland: Erst Hälfte des Stroms wird aus erneuerbaren Quellen produziert

Elektroautos alleine machen noch keine Verkehrswende. Sie müssen auch mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, sonst werden Emissionen nur auf die vorgelagerte Stufe der Energieerzeugung verlagert. Der notwendige Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien geht aber nur schleppend voran. Im ersten Halbjahr 2022 wurde erst rund die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt – um 6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres.

Im ersten Halbjahr 2022 lag die Bruttostromerzeugung bei 298 Milliarden Kilowattstunden (knapp 2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres), dem stand ein Stromverbrauch von rund 281 Milliarden Kilowattstunden gegenüber (minus 1 Prozent gegenüber 2021). Etwa 47 Prozent der Bruttostromerzeugung stammten aus regenerativen Quellen wie Sonne und Wind. Im ersten Halbjahr des Vorjahres waren es noch um 14 Prozent weniger. Den Großteil lieferten Windräder an Land (42 Prozent) und Photovoltaik-Anlagen (24 Prozent). Biomasse, Windräder auf See und Wasserkraft steuerten 32 Prozent bei. Windanlagen an Land und Photovoltaikanlagen legten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel zu. Gemessen am Bruttostromverbrauch betrug der Anteil der erneuerbaren Energieträger 49 Prozent.

Trotz der Zuwächse ist das deutlich zu wenig. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sieht daher insbesondere beim Ausbau der Windenergie an Land dringenden Handlungsbedarf. „Der größte Hemmschuh sind hier noch immer fehlende Flächen. Die Bundesregierung sollte das Zwei-Prozent-Ziel daher möglichst bis spätestens 2025 umsetzen und dafür Sorge tragen, dass die Flächen auch tatsächlich bebaubar sind„, fordert Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Zudem sollten bereits bestehende Standorte durch Erleichterungen beim Repowering und eine Präzisierung der Regelungen des Arten- und Naturschutzes besser genutzt werden.

Auch die Photovoltaik hinkt hinterher: Sollen 2030 tatsächlich die von der Regierung angestrebten 215 Gigawatt Leistung installiert sein, müssten ab 2026 jährlich 22 Gigawatt hinzukommen. Ein bisher nie da gewesenes Installationsvolumen. „Der damit verbundene Umsatz in einer Größenordnung von 150 Milliarden Euro dürfte aber aus heutiger Sicht zu einem großen Teil nach China fließen„, gibt Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführender Vorstand des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) zu bedenken. Rund 96 Prozent der Weltmarktproduktion von Wafern stammen aktuell aus China. Um größere Teile der Wertschöpfung nach Deutschland und Europa zu holen, regt Staiß ein sogenanntes „Important Project of Common European Interest (IPCEI)“ für Photovoltaik an. Dieses könnte die Wertschöpfungskette der Photovoltaik von innovativen Herstellungsverfahren bis zum zukunftsfähigen Recycling in Europa neu etablieren. Für Batterien und Wasserstoff gibt es bereits solche IPCEIs, die bereits deutliche Investitionsschübe in Europa in diesen Bereichen bewirkt haben.

Quelle: BDEW – Pressemitteilung vom 05. Juli 2022

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